Blut Christi und Unsere Liebe Frau
Zum Ende des Blut-Christi-Monats sei hier eine Betrachtung gegeben.
Wir haben einen Monat lang besonders das Blut gefeiert und verehrt, welches uns erlöst hat. Dabei soll erneut besonders die Rolle Unserer Lieben Frau und die Verbindung zum kostbaren Blut hervorgehoben werden.
Am Anfang des Monats haben wir einen Artikel veröffentlicht, der die doppelte Verbindung herstellt zwischen dem Geheimnis des Blutes Christi und Maria. Ihr Blut war es, aus dem Christus gebildet wurde. In seinen Adern fließt Mariens Blut, und da Jesus keinen irdischen Vater hat, ist es allein Mariens Blut. Diese Betrachtung ist allein schon so reichhaltig, dass man viel darüber sagen könnte.
Doch noch ein zweiter Aspekt verbindet Maria mit dem Blut Christi. So wie Christus sein Blut für uns vergossen und Tropfen für Tropfen dem Vater aufgeopfert hat, so hat Maria durch ihre Tränen das Blut der Seele vergossen und mit jedem Tropfen Blutes Christi auch ihre eigenen Schmerzen aufgeopfert. Sie hat sich damit wahrhaft am Opfer Christi beteiligt und für uns große Gnaden erworben.
Sicherlich ist der Wert des Opfers Christi unendlich groß und zum eigentlichen Opfer hat Maria nichts zugesetzt. Doch ihr vollkommenes Gebet und ihre Treue bis zum Ende haben uns die Gnade dieses Opfers zugewendet. Gott wollte dieses Opfer durch die Hände Mariens ausgießen.
Das Blut Christi, welches von Maria gebildet wurde, soll auch durch sie ausgegossen werden. Das bedeutet, dass Maria unseren Seelen die Gnaden zuwendet, die von ihrem Sohn erworben sind. So wie Maria alle Geheimnisse des Lebens Christi mit innigster Andacht verfolgte und besonders sein Leiden mit heroischer Hingabe mitgetragen hat, soll sie auch bei ihm sein, wenn er Einzug nimmt in die Seelen seiner Gläubigen und sie zu seinem Leib formt.
Hier im neu aufblühenden Leben der Gnade in einer Seele kommt erneut die schöpferische Rolle Mariens zum Tragen, die einst Jesu Leib in ihrem Schoß gebildet hat und nun diesen Leib erneut bildet in Form der heiligen Kirche, die der mystische Leib Christi ist. Und so wie durch die Adern des Leibes Christi das Blut Mariens fließt, fließt durch die Adern der Kirche das mystische Blut Mariens, nämlich die Gnaden, die uns ihre Fürsprache und Hingabe vom ewigen Vater durch ihren Sohn erbeten hat.
Verehren wir zum Ende des Monats des kostbaren Blutes also in der Betrachtung der erhabenen Geheimnisse unserer Erlösung und bedenken wir dabei, besonders die Rolle Mariens im Geheimnis des Leidens unseres Herrn und in der Heiligung der Seelen. Beten wir also häufig zur Verehrung dieses Geheimnisses in diesem Sinn: „Maria, Mutter der Schmerzen, wende uns die Verdienste des kostbaren Blutes deines Sohnes zu!“
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