Der Prophet Elias und unsere Zeit
von Plinio Corrêa de Oliveira
Der Prophet Elias lebte Jahrhunderte vor unserem Herrn Jesus Christus. In einer Zeit, in der die Menschheit unter den Folgen der Erbsünde litt, von der sie noch nicht durch Ihn erlöst worden war. Andererseits herrschten Heidentum, Unmoral, Korruption usw. Es gab nur eine einzige kleine Insel auf der Welt, auf der noch wahre Treue zum wahren Gott bestand: Diese Insel war das Volk Israel, das im gelobten Land lebte, wohin es nach seiner Wanderung durch die Wüste gelangt war.
Nun übte diese heidnische Welt eine Art Druck auf die im Land Israel lebenden Juden aus, etwa so wie bei einer flachen Insel, die nicht weit über dem Meeresspiegel liegt und bei steigender Flut fast vollständig vom Wasser bedeckt wird, während bei sinkender Flut das Land der Insel wieder zum Vorschein kommt.
Ebenso gab es Zeiten allgemeinen Drucks des Heidentums auf das Volk Israel, verbunden mit Schwächen des Volkes Israel, das keinen Widerstand leisten wollte, keine Großzügigkeit besaß und keine Liebe zu Gott hatte, um Widerstand zu leisten, und das deshalb fast unterging.
Und in solchen Zeiten sandte Gott seine Propheten. Es waren Männer, die mit dem offiziellen Auftrag betraut waren, im Namen Gottes zu sprechen. So sehr, dass jeder, der den Propheten nicht hörte, sündigte.
Den Propheten oblag im Allgemeinen das, was man als prophetische Anklage bezeichnen könnte. Das Volk Israel war in Lauheit, Gleichgültigkeit und der Bereitschaft versunken, sich dem Heidentum anzupassen, um nicht mit der ganzen Welt in Konflikt zu geraten – das Volk Israel neigte dazu, den wahren Glauben nach und nach aufzugeben und ebenfalls heidnisch zu werden. Aber es wollte nicht offen eingestehen, dass es diese Sünde beging.
Und dann traten die Propheten auf, um die Anklage zu erheben. Sie zeigten: „Ihr wollt es nicht offen sehen, aber ihr sündigt, ihr wendet euch vom wahren Gott ab, aus diesem, jenem und jenem Grund. Seht euch eure schlechten Sitten an! Eure Unmoral gleicht der der Heiden. Seht euch die Riten an, die ihr in den verborgenen Teilen des Tempels vollzieht; es sind heidnische Riten. Seht euch dies und das an, ihr gebt nach! Im Namen Gottes warne ich euch: Die Strafen kommen, sie kommen
Dann prophezeiten sie die kommenden Strafen. Und die Strafen kamen! … wenn das Volk nicht umkehrte. Manchmal kehrte das Volk um. Manchmal nicht. Und die Strafen kamen und brachen über Israel herein, sie peitschten das Volk Israel hart, wie es verdiente.
Doch dann, durch die Barmherzigkeit Gottes, nach einer mehr oder weniger langen Zeit der Strafe, bekehrte sich das Volk Israel, und dann hob Gott die Strafe von ihnen auf. Sie wurden von fremden Völkern erobert. Gott führte sie aus den Ländern heraus, in denen sie versklavt waren, sie kehrten nach Israel zurück, bauten ihr altes Heimatland wieder auf und lebten weiterhin in Treue zu Gott.
Doch nach einiger Zeit wiederholte sich das Ganze, sie begannen erneut zu verfallen, und es kamen Propheten usw., usw.
Gibt es eine Parallele zwischen dieser Situation und der heutigen Zeit? Ich muss das nicht weiter ausführen, es genügt zu sehen, dass die Lage der heutigen Welt folgende ist: Der Neopaganismus hat die ganze Welt überrollt. Alle Nationen leben, als wären sie heidnisch. Selbst die Nationen, die sich zwar zum Katholizismus bekennen – wenn man untersucht, wie sie leben, wie sie denken usw., usw. –, sind heidnisch.
Selbst in die Kirche unseres Herrn Jesus Christus ist der Teufel eingedrungen: Papst Paul VI. ging sogar so weit zu sagen, dass der Rauch des Satans in die katholische Kirche eingedrungen sei. Und er ging sogar so weit, in seinen Dokumenten zu sagen und zu schreiben, dass die Kirche einem mysteriösen Prozess der Selbstzerstörung ausgeliefert sei. Das ist schrecklich! Die Kirche zerstört sich selbst. Das ist schrecklich!
Und das ist die progressive Bewegung, die man überall beobachten kann und die in der Kirche das Chaos verursacht.
(*) Man sieht, wie aktuell die Verehrung des heiligen Propheten Elias ist. Der Prophet tritt in einer Zeit fast völliger Gottlosigkeit und heidnischer Bräuche auf. Seine Treue ist es, die das Volk schließlich aber doch bekehrt. Für uns sollte es daher das wichtigste Anliegen sein, dem Propheten Elias folgend, Stand zu halten in den Stürmen unserer Tage. Die Situation ist mit der gleichen Tendenz wie zur Zeit, in der der Text verfasst wurde, stark fortgeschritten. Hier in Deutschland hat die progressive Bewegung offen häretische Formen angenommen und wettert mit dem synodalen Weg gegen die Lehre der Kirche und gegen die Autorität des Papstes. Das Ziel ist die Gender-Nationalkirche. Für Katholiken ist es außerordentlich schwierig, in dieser Situation auszuharren und sich nicht auf die Einflüsterungen der Welt einzulassen. Die Situation ist vergleichbar mit der des Propheten Elias, der gegen den falschen Baalskult ankämpft und sich nicht unterkriegen lässt. Schließlich siegt er trotz aller Hindernisse durch die Gnade Gottes und stellt den geordneten Gotteskult wieder her. Welche Verdienste hat er sich dadurch erworben! So sehr, dass er als Zeuge unseres Herrn Jesus Christus auf dem Berg bei der Verklärung auftreten darf. Wenn wir ausharren, erwartet uns ebenso eine große Belohnung im Himmel, nämlich den allmächtigen Gott von Angesicht zu Angesicht betrachten zu dürfen und uns seiner Gemeinschaft in Ewigkeit zu erfreuen. Bitten wir also den Propheten Elias, uns in diesem Kampf beizustehen!
* Anmerkung des Redakteurs
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