Verschwendet Jesus sein Blut?

Verschwendet Jesus sein Blut?

Bei der Betrachtung des Leidens Unseres Herrn, nimmt das kostbare Blut eine besondere Rolle ein. Unser Herr gibt für uns alles, bis zum letzten Tropfen, und er schreckt nicht davor zurück, sein kostbarstes Blut scheinbar zu verschwenden. Denn all dieses Blut, das zu Boden fällt, versickert in der Erde. Wir könnten meinen, dass das unsinnig und unangemessen ist, weil es sich ja um das Blut des Gottmenschen handelt. Das kostbarste Blut, das es gibt, das Blut, welches die ganze Menschheit aus den Krallen des Teufels entrissen und zu neuem Leben aufgerichtet hat. Wie kann Gott es zulassen, dass es einfach zu Boden fällt?

Das ist sicher ein Mysterium, welches man nicht zu ergründen in der Lage ist, doch hier ein Ansatz:

Unser Herr Jesus Christus ist so gütig, dass er, ohne zu zögern, alles von sich gibt, um uns zu retten. Er zeigt also, dass er bereit ist, auch nur für einen Sünder zu sterben. Selbst wenn niemand seinem Ruf folgt, so wäre er doch für alle gestorben, weil er so gütig ist und die Menschen so sehr liebt. 

Hier könnte man eine Parallele zu einer anderen Stelle der Heiligen Schrift ziehen, an der dieser Punkt deutlich wird. 

„Als Jesus in Bethanien war, im Hause Simons des Aussätzigen, trat zu ihm eine Frau mit einem Gefäß von Alabaster, voll kostbarem Salböls, und goß es, während er zu Tische lag, über sein Haupt, Als die Jünger dies sahen, wurden sie unwillig und sagten: »Wozu diese Verschwendung? Das hätte man doch teuer verkaufen und den Armen geben können!« Als Jesus das merkte, sprach er zu ihnen: »Warum kränkt ihr diese Frau? Ein gutes Werk tat sie an mir.“

Die Jünger blicken mit Unverständnis auf die scheinbare Verschwendung, doch unser Herr zeigt hier, wie an anderen Stellen, dass er dieses vollkommene Opfer ohne Rückhalt als Zeichen großer Liebe ansieht. 
Die Frau hat ein großen Verdienst geleistet, weil sie alles gab, was sie hatte. 

Wie viel größer ist also das, was Unser Herr durch sein Opfer erwirkt. Dieses Opfer bringt er Gott dem Vater dar, um uns mit ihm zu versöhnen. Jesus ist der Gottmensch und sein Blut ist deshalb so kostbar, dass ein Tropfen ausreichen würde, um die ganze Welt zu erlösen. Aus dieser Stelle wird sichtbar, dass die Liebe nach einem Ganzopfer verlangt. Die Frau in dieser Stelle wird seliggepriesen dafür, dass sie das Kostbarste, was sie hatte, ganz hingegeben hat. Man kann eine Analogie ziehen zu unserem Herrn, der von unendlicher Liebe angetrieben das Kostbarste gibt, nämlich sich selbst. Nur hier ist es nicht subjektiv, sondern objektiv das Kostbarste. 

Wir können anhand dieser Stelle Unseren Herrn besser verstehen, der alles gibt als Beweis seiner Liebe und aus Gehorsam zum Vater. 

Für uns arme Sünder wurde dieses Blut vergossen. Denken wir daran, was dieses Blut für uns Menschen getan hat, und verbleiben wir in der Betrachtung dieser Geheimnisse, besonders im Monat des kostbaren Blutes. Bringen wir diese Betrachtung auch zu denen, die im Todesschatten sind und Unseren Herrn nicht kennen, und sprechen wir zu ihnen: „Seht, dieses Blut ist für euch zu Boden geflossen, um aus trockener Erde fruchtbaren Acker zu machen.“